Standortbezogenes Förderkonzept zur Qualitätssicherung:

Grundprinzip unseres Förderkonzeptes ist der Grundsatz, dass jedes Kind innerhalb der Lehrplanforderungen individuell nach seinen Lernvoraussetzungen, nach seinen Begabungen, nach seinen Interessen, nach seinen Erfahrungen, ……… gefördert und gefordert wird.

Die erste Förderung passiert mit einer humanen, lustbetonten Schülereinschreibung (1. Nahtstelle):

Erste Kontaktaufnahme erfolgt durch die persönliche Einladung der Leiterin zu einem Besuch in der Volksschule mit der Kindergartengruppe und zur amtlichen Schülereinschreibung. Bald darauf wird das „Fest in der Schule“ veranstaltet. – SchülerInnen der vierten Schulstufe (Ein Motto unserer Schule heißt: „Große helfen Kleinen!“) betreuen die Schulanfänger individuell, lustbetonte „Arbeitsstationen“ sollen auf die Schule neugierig machen. Multikulturelle Betreuer sorgen sich um Kinder mit nicht deutscher Muttersprache.

Die integrativ geführte Grundstufe 1

verlangt von Anfang an ein starkes Differenzieren nach genauer Beobachtung und Einschätzung der Lernvoraussetzungen. Öffnung nach außen (Eltern werden zur Mitarbeit eingeladen) und Einsatz von Stundenressourcen für einen Zweitlehrer in gewissen Stunden (für Vorschulstufenkinder und Sch. mit nicht deutscher Muttersprache) ermöglichen gezieltes Fördern, aber auch Fordern.

Der Einsatz offener Lernformen

ermöglicht starke innere Differenzierung – und somit Förderung bei Schwächen und Forderung bei besonderen Begabungen – während der Unterrichtsstunden. Dabei kommt es auch gleich zur Erhöhung der Lernkompetenzen (Sach- und Methodenkompetenz und auch Selbstkompetenz). Lernstrategien können dabei leichter entwickelt werden. Der Computer ist beim selbstständigen Üben, Erforschen und Arbeiten ein nützlicher Partner. Vielfältige Arbeitsmaterialien (zum „Begreifen“) werden bereitgestellt. „Lernen mit allen Sinnen“ ist nicht nur ein Schlagwort! Wichtig sind dabei aus der Montessori-Pädagogik der Grundsatz der „vorbereiteten Umgebung“ und der Leitspruch „Hilf mir, es selbst zu tun!“

Spezieller Förderunterricht wird auf verschiedenen Ebenen angeboten:

  • FÖU für SchülerInnen mit Teilleistungsschwächen (Legasthenie) nach Überprüfung durch den Lehrer mit dieser Ausbildung
  • FÖU durch den Sprachheillehrer
  • FÖU für SchülerInnen mit nicht deutscher Muttersprache

- gezielte Sprechübungen, damit die Unterrichtssprache erlernt und gefestigt wird:

In der ersten Schulstufe kommt es in letzter Zeit oft auch zum Einsatz einer multikulturellen Mitarbeiterin aus dem Kindergarten. Weiters achten die Lehrerinnen auf vermehrten Einsatz besonderer Unterrichtsmittel und Anschauungsmaterialien für die Erweiterung des Wortschatzes und für die Bildung richtiger Satzmuster. Dabei fließt vielfach auch Lernen gekoppelt mit Bewegung ein, damit die Unterrichtseinheiten lustbetont gestaltet werden können. Spiele mit gezielten Sprechübungen (Fragen – Antworten, ………) werden eingesetzt.

Ein wichtiger Aspekt in diesem Teilbereich ist auch das Verständlichmachen von Sachaufgaben im mathematischen Bereich.

- Das Förderangebot „Lernen lernen“ zielt besonders auf diese SchülerInnen ab, da dieser Gruppe meistens die Hilfe von außen komplett fehlt.

Besondere Sprachförderung – seit dem Schuljahr 2006/07 – für außerordentliche SchülerInnen:

SchülerInnen, die bei der Einschreibung als außerordentlich aufgenommen werden, erhalten in der Kleingruppe eine zusätzliche intensive Sprachförderung durch eine zusätzliche Lehrerin. Dabei wird besonders aufs Erlernen wichtiger „Vokabel“ und auf das Sprechen von einfachen, „ganzen“ und klaren Sätzen geachtet

Kinder sollen dadurch nicht von einem „Schwall“ an neuen, für sie unverständlichen Wörtern „erdrückt“ werden. „Oft ist weniger mehr“ hat hier große Bedeutung.


FÖU bei Lernschwächen:

Jedem Schüler, jeder Schülerin, der/die im Deutsch- oder/und Mathematikunterricht Lernschwächen aufweist, wird individuell zugeschnittene Förderung im zusätzlichen Förderunterricht geboten. Dabei werden auch Übungen zu besserer Konzentrationsfähigkeit, zum besseren Verknüpfen von Gelerntem, zum genaueren Schauen, zu längerer Ausdauer, Übungen aus Bereichen der modernen Gehirnforschung und Bewegungsmuster durchgeführt.

Zur Bewältigung der geforderten Leistungen werden noch mehr und andere Lernmaterialien als in der normalen Unterrichtsstunde eingesetzt, andere Lösungswege beschritten. Diesen FÖU hält die Klassenlehrerin – sie kennt die Schwächen des Kindes am besten. Sie beachtet, dass eventuell ein anderer Lösungsweg beschritten werden muss.

Eines der Ziele in diesem Unterricht ist es, die Kinder zu stärken und in ihnen das Gefühl zu wecken, gute Leistungen bringen zu können.

Dieser Unterricht muss besonders exakt geplant und vorbereitet sein, da die größtmögliche Individualisierung notwendig ist.

Dieser FÖU ist auch im Gerüst des Frühwarnsystems von großer Bedeutung.

Strategien des Übens werden mit Eltern und gefährdeten SchülerInnen besprochen und in einen Plan aufgenommen, der von allen Seiten beachtet werden soll (was leider oft nicht der Fall ist). Das Erreichen der Zielvorstellungen wird in kurzen Abständen evaluiert. Bei Bedarf werden auch Eltern zum schulischen FÖU eingeladen, um Strategien kennen zu lernen.


Ein besonderer Förderunterricht für individuelle Förderung ist „Lernen lernen“

Dabei werden SchülerInnen fürs selbstständige Üben und Festigen Wege aufgezeigt, die ihnen außerschulisch nicht geboten werden. Viele Kinder mit nicht deutscher Muttersprache sind auf sich selbst gestellt und sind auf diese Hilfen angewiesen. Auch Ordnung, Konzentration und Ruhe werden geübt. Neben dem Erlernen der selbstständigen Bewältigung von Übungen zur Festigung des Lernstoffes, wird auch versucht, Wissenslücken zu entdecken (Manches wurde womöglich im Unterricht vom Sprachlichen her nicht ganz verstanden.) und zu schließen.


Im Bereich der Unverbindlichen Übungen werden bei uns angeboten:

  • Muttersprachlicher Unterricht-Türkisch

Dabei werden türkische Sprache, türkisches Kulturgut und türkische Geschichte gelehrt.

Oft werden auch Kommunikationsprobleme zwischen den Schülern mit dem türkischen Lehrer erörtert, um Hintergründe besser zu verstehen. Bei multikulturellen Veranstaltungen kommt es zu einer guten Zusammenarbeit.

  • Soziales Lernen

Infolge der multikulturellen Zusammensetzung unserer SchülerInnen

(45,5 % mit nicht deutscher Muttersprache) ist das Leitbild unserer Schule unter das Motto „ICH + DU = WIR“ gestellt worden. In der Stunde „Soziales Lernen“ werden soziale Kompetenzen erarbeitet, die im Unterricht ihre Anwendung finden. Es wird gelernt, geübt, jeden zu achten, Rücksicht zu nehmen, gemeinsam zu lernen, zu spielen, zu helfen.

Kinder erfahren viel über andere Kulturkreise. Gemeinsam werden Feste, Projekte (z.B. im Schuljahr 2006/07 das Projekt „Alle unsere Heimatländer“ der 3. Klasse), Hilfsaktionen geplant und durchgeführt.

Aber auch Grenzen sollen erkannt und beachtet werden.

Selbstkritik wird langsam erlernt, Streitigkeiten werden gemeinsam aufgearbeitet und beigelegt.

Hilfen werden bei Notwendigkeit durch BeratungslehrerIn oder MediatorIn eingeholt.

Diese Stunde bringt nur den gewünschten Erfolg, wenn alle SchülerInnen der jeweiligen Klasse teilnehmen. Daher wird sie unter Mitwirkung der Eltern zur „Verbindlichen Übung“ erklärt.

  • Ungarisch: Im Rahmen der Sprachenoffensive des Landes Niederösterreich werden seit dem Schuljahr 2007/08 je eine Stunde für 2 Gruppen zum Erlernen dieser Sprache angeboten, im SJ 2009/2010 1 Stunde.


Besondere Bedeutung kommt der Leseförderung zu:

Viel Zeit wird dafür aufgewendet. Die Wichtigkeit des Lesens wird im Schaukasten, in der Homepage, bei Veranstaltungen usw. immer wieder aufgezeigt. Viele Übungsformen, verschiedenste Lesestoffe, die Bereitstellung von Büchern, Zeitschriften soll Kinder zum Lesen verlocken. Das Erlesen von Inhalten geschieht durch verschiedenste Übungen, oft auch spielerisch und ohne es direkt zu bemerken. Bei SchülerInnen mit nicht deutscher Muttersprache wird auf das Verstehen besonders Wert gelegt.


Die Nahtstelle zur Neuen Mittelschule (bzw. zur AHS)

wird durch das Angebot der Schullaufbahnberatung transparent gemacht. Am „Tag der offenen Tür“ der Hauptschule im gleichen Gebäude wird mit Begeisterung teilgenommen. Manchmal werden Feste gemeinsam gestaltet. Gespräche zwischen den LehrerInnen der Volks- und Hauptschule klären über erwartete Leistungen auf, machen allgemein auf gewisse Probleme aufmerksam. LehrerInnen aus der Haupt- bzw. Neuen Mittelschule kommen in den Unterricht der 4. Klassen: SchülerInnen lernen die zukünftigen LehrerInnen kennen - LehrerInnen lernen die zukünftigen SchülerInnen und die Arbeitsweise in der Volksschule kennen.

Alternative Leistungsbeurteilung

ist an unserer Schule ein wichtiger Punkt der Förderung. Durch diesen Schulversuch (Besonders in der Grundstufe 1 erfolgt die Beurteilung entweder durch „Verbale Beurteilung“ oder durch „Direkte Leistungsvorlage“. In der Grundstufe 2 wird manchmal die Form „Noten + verbale Zusätze“ gewählt.) können die Leistungen kindgerecht beschrieben und Begabungen aufgezeigt werden. Leistungsrückstände werden dokumentiert und durch motivierende Formulierungen ergänzt.

Interkultureller Mitarbeiter

Ab Mai 2009 unterstützt ein Interkultureller Mitarbeiter unsere Arbeit zur Verständigung zwischen den Kulturen, die an unserer Schule aufeinandertreffen.

Er ist „Brückenbauer“ zwischen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen.

Dieses vorliegende Gesamt-Förderkonzept wurde auf gemeinsamer schulischer Ebene geplant. Auf Klassenebene, in Gruppenbereichen und im individuellen Bereich wurden grundlegende Zielvorstellungen erarbeitet. Jede Lehrerin, jeder Lehrer geben ihr Bestes, diese Förderkonzepte zu beachten, danach zu arbeiten und immer wieder zu verbessern. Dafür werden auch „Schulinterne Fortbildungen“ abgehalten und besucht.

Erfahrungen damit werden einfließen und so wird es stetig zu Veränderungen (-Verbesserungen) kommen.

Das Lehrerteam der Volksschule Ebenfurth

unter der Leitung von VD Dipl. Päd. Franz Grosinger

 


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